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WDR-Bericht zu Kunstrasen:
EU-Kommission bremst Kunstrasen-Diskussion

Kunstrasenplätze generell nicht in Gefahr
Europäische Agentur prüft, ob verwendetes Plastikgranulat ersetzt werden sollte
Entscheidung müsse “verhältnismäßig sein”, sagt EU-Kommission
Die EU-Kommission hat klargestellt, dass derzeit nicht an einem grundsätzlichen Verbot von Kunstrasenplätzen gearbeitet werde. Ob das Plastikgranulat, das auf den Plätzen derzeit zum Einsatz kommt, langfristig verboten werden könnte, ließ eine Sprecherin der Kommission jedoch offen.

Der DFB und Bundesinnenminister Horst Seehofer hatten in den vergangenen Tagen davor gewarnt, dass im Falle eines Verbots von Mikroplastik durch die EU, möglicherweise tausende Fußballplätze in Deutschland umgebaut werden müssten.

EU-Kommission will “verhältnismäßige Entscheidung”
Das Mikroplastik wird nach Hersteller-Angaben aufgestreut, um das Verletzungsrisiko der Spieler zu verringern und das Ballsprung- und Ballrollverhalten auf dem künstlichen Untergrund zu verbessern.

Die EU-Kommission teilte mit, sie wolle zwar gesundheitsschädliches Mikroplastik in der Union vermindern, sie sei sich aber der Bedeutung von Kunstrasenplätzen bewusst und werde eine verhältnismäßige Entscheidung treffen.

Europäische Chemikalienagentur nimmt Granulat unter die Lupe
Derzeit laufen Untersuchungen zu den möglichen wirtschaftlichen und sozialen Folgen eines Mikroplastik-Verbotes. Die Europäische Chemikalienagentur hatte mitgeteilt “Informationen zur Verwendung von Einstreumaterial bei Kunstrasenplätzen” zu sammeln und damit die Diskussion losgetreten.

Die Agentur sagt, es gehe dabei lediglich um neue Kunstrasenflächen oder das Nachfüllen von Kunststoffgranulat, nicht um den Abriss von Sportplätzen. Es solle geprüft werden, welche Alternativen es für das Granulat gibt.